Asfinag

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Mehr Sicherheit in Tunnels

Das bahnbrechende IPICS System ermöglicht ASFINAG, verschiedene analoge Funksysteme zu koppeln. Dadurch können während Notfällen in Tunneln die Einsatzkräfte direkt miteinander kommunizieren

Die Asfinag betreut 140 Tunnelanlagen mit einer Gesamtlänge von rund 324 km. Zahlreiche internationale Auszeichnungen für österreichische Tunnel bestätigen den hohen Sicherheitsstandard der meisten Tunnel auf dem Streckennetz.

Die Aufgabe: Mehr Sicherheit in Tunnelanlagen
Nachdem einröhrige Tunnel eine erhebliche Gefahrenquelle darstellten, liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten auf dem zweiröhrigen Tunnelausbau. Zurzeit werden sechs Tunnelanlagen zweiröhrig errichtet beziehungsweise ausgebaut, weitere sind in Planung. Daneben wird die Sicherheitsausrüstung von Tunnelanlagen optimiert.

Dazu zählen die Verkürzung der Flucht- und Rettungswegeabstände, Nachrüstung mit Wandhydranten, Zentralisierung der Tunnelüberwachung und ein Ausbau des Datennetzes, damit die Funksysteme der Blaulichtunternehmen untereinander und mit der Festnetz- und Mobiltelefonie verschaltet werden können.

Die Lösung: Multi Service IP Core mit IPICS
Das Multi Service IP Core (CN.as - IP Core) ist die Plattform von Asfinag für den zuverlässigen Transport aller Telematikdaten — insbesondere Verkehrssensorikdaten — zur Steuerung der Wechselverkehrszeichen, Übertragung von Mikroklimadaten, Winterdienstdaten, Videostreams (ca. 3000 Verkehrskameras sind im Einsatz), Mautdaten und Daten für die Tunnelüberwachung. Außerdem dient das Cn.as - IP Core für die Vernetzung der Notrufsäulen und intern als Unternehmensnetzwerk.
Gemeinsam mit A1 baute die Asfinag dieses Netzwerk für höherwertige IP-Dienste aus: Virtual Private Networks, Quality-of-Service, Multicast oder Ethernet-Dienste sollten bei optimierter IT-Security und höchster Verfügbarkeit möglich sein. Telekom Austria errichtete auf dem vorhandenen Glasfaser-Netzwerk der Asfinag entlang der Autobahnen ein MPLS-Netz, lieferte alle notwendige Hard- und Software von Cisco und installierte, konfigurierte und betreibt diese. Außerdem betreut A1 ein eigenes für Asfinag implementiertes Netzwerkmanagement für das neue Cn.as – IP Core-Netz. „Als Partner für unseren IP-Backbone wurde im Zuge eines zweistufigen Verhandlungsverfahrens A1 ausgewählt“, sagt Bernd Datler, Geschäftsführer der Asfinag Maut Service GmbH. „Nur A1  betreibt selbst ein ähnliches landesweites Glasfasernetz.“

Als weitere Besonderheit innerhalb des IP Core-Projektes wurde von A1 und Asfinag ein Add-On installiert und angepasst: IPIC S. Das IP Interoperability and Collaboration System dient dazu, in Tunneln die unterschiedlichen Funksysteme der Blaulichtunternehmen mit der Festnetz- und Mobiltelefonie zu verschalten. Bislang gab es in jedem Tunnel ein Funksystem.
Der Tunnelwart konnte mit den einzelnen Blaulichtunternehmen kommunizieren — diese aber nicht direkt miteinander, da sie unterschiedliche Funksysteme benutzen. Jetzt können erstmals alle mit allen direkt kommunizieren. Die Verschaltung läuft über den Cisco- IPIC S-Server, der im ASFIN AG-Rechenzentrum in Wien-Kaisermühlen steht. Die Installation durch A1 erfolgte in zwei Schritten: Zunächst wurden die IP-Komponenten in den Tunneln in das CN .as – IP Core migriert, um Audiosignale im Multicast VPN übertragen zu können. Dann brachte IPIC S Intelligenz ins System: Im Notfall ist jetzt über IPIC S eine schnelle und verlässliche Kommunikation mit allen Blaulichtunternehmen sichergestellt. Es ist sogar möglich, dass man über Telefon den gesamten Funkverkehr mithören kann. Im Arlbergtunnel, dem längsten Straßentunnel Europas, stellt IPCS bereits seine Leistungsfähigkeit unter Beweis.

Eingesetzte Services