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Advent anders

Die Grazer und Grazerinnen bleiben indes optimistisch. „Advent ist mehr als Glühwein trinken.“

Ein Lichtermeer in der Altstadt, ein riesiger beleuchteter Christbaum, ein überdimensionaler Adventkalender am Rathaus mit Überraschungen für Jung und Alt. Traditionsgemäß eine kunstvolle Krippe aus 35 Tonnen glitzerndem Eis, ein Märchenwald am Schlossbergplatz – ein festlicher Advent wie jedes Jahr in Graz. Die Stadt erstrahlt im Zeichen der Vorweihnachtszeit.

Aber ganz wie jedes Jahr ist der Advent nicht. Es fehlen, wie in Gemeinden in ganz Österreich, die Menschen die, bei Glühwein und Braterdäpfeln, die weihnachtliche Atmosphäre zusammen mit Familie und Freunden genießen.

 

Im Interview...

...erzählt Mag. Heimo Maieritsch, Citymanager der Stadt Graz, wie man den Advent dieses Jahr für die Grazer und Grazerinnen gestaltet hat. „Es ist stimmungsvoll, wenn man durch die Stadt geht.“ In jeder großen Straße und auf jedem Platz gibt es unterschiedliche Arten der Beleuchtung, des Schmucks. Auf jedem Platz lädt eine andere Atmosphäre die Bewohner zum Spazieren und Erforschen ein. „Man geht durch eine geschmückte Stadt - die aber noch relativ leer ist.“

Vorbereitet habe sich Graz auf diese Zeit aber schon lang. „Im Sommer haben wir schon das Konzept für diesen Advent verändert.“ Mag. Maieritsch war schon früh klar, dass der Advent nicht wie gewohnt stattfinden können würde. „Wir messen seit einigen Jahren mit A1 Mobility Insights die anonymen Bewegungsströme in Graz. Ich bekomme jeden Tag eine Analyse auf mein Handy. Die Messung ist stabil und verlässlich.

Daher wissen wir: in der Adventzeit haben wir die höchste Besucherfrequenz in der Innenstadt.“ Aufgrund dieser hohen Besucherzahlen wurden die Adventmärkte und Glühweinstände schon vorab als zu hohes Risiko für diese Zeit der Pandemie eingestuft. „Wir haben durch die Zahlen schnell einen Überblick. Es ist ein wichtiges Tool.“ Die Einschränkungen der Regierung hatte Graz schon erwartet.

 

„Advent in Graz gibt’s ja trotzdem.“

Heimo Maieritsch ist sich der Einbußen für seine Stadt bewusst. „Es ist eine bittere Erfahrung für die Händler.“ Jedoch gibt man sich in Graz große Mühe für die Menschen der Stadt gute Stimmung zu schaffen. „Advent in Graz gibt’s ja trotzdem.“ Lächelt Maieritsch optimistisch. „Wir feiern den Advent der kurzen Wege. Man geht nur zwei Minuten von einem geschmückten Platz zum nächsten und erlebt überall eine unterschiedliche Atmosphäre. Je nach Charakter, findet jeder seinen Lieblingsplatz.“

Einer dieser Plätze steht wohl besonders im Zeichen der ungewöhnlichen Adventszeit 2020: eine Vielzahl von Christbäumen hängt in der Herrengasse kopfüber. „Das ist mittlerweile typisch für Graz.“ Schmunzelt Maieritsch. Worüber vor über 10 Jahren heiß diskutiert wurde, lädt heuer ganz besonders zum Nachdenken und vielleicht auch zum Schmunzeln ein. Laut Überlieferung steht der Schmuck für die Aussage eines Pfarrers: „Auch im Advent geht einiges verkehrt.“

Die Grazer und Grazerinnen bleiben indes optimistisch. „Advent ist mehr als Glühwein trinken.“ Man bemüht sich um eine gute Stimmung, die auch darauf baut, dass die Menschen in diesem Advent die Perspektive wechseln. Auch wenn beizeiten alles so verkehrt wie die Bäume der Herrengasse erscheint, ist der Advent in Graz ein schöner: „Man nimmt heuer alles bewusster wahr und sieht Dinge, die man sonst nicht so wahrnimmt.“

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