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So wird aus CSR keine Einbahnstraße

 

VIDEO: Was ist eigentlich CSR?

Immer mehr Unternehmen stoßen auf das Thema Corporate Social Responsibility - CSR. Eine echte Win-win-Situation schafft aber letzlich nur, wer weiß was er tut.

Die Thematik erinnert entfernt an das Spenden: Es gibt nämlich da wie dort zwei Möglichkeiten, einen Fehler zu machen. Erstens natürlich: es gar nicht zu machen. Und zweitens: es nur zu tun, um sich selbst zu beweihräuchern. Wer sich dem Thema aber richtig und vor allem aufrichtig nähert, der macht einen wichtigen Schritt hin zum Vorzeige-Unternehmen. Doch der Reihe nach: Corporate Social Responsibility - CSR, also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist ein Thema, um das heute kaum ein Unternehmen herumkommt.

Im Kern geht es darum, einen freiwilligen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Dabei entsteht im Idealfall eine Win-win-Situation, bei der es viele Profiteure gibt: die Umwelt, die Gesellschaft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Unternehmen selbst.

Was kann ein Unternehmen tun, um Verantwortung über seinen eigentlichen Geschäftsbereich hinaus zu übernehmen?

Trigos und das Dreieck

Was kann ein Unternehmen tun, um Verantwortung über seinen eigentlichen Geschäftsbereich hinaus zu übernehmen? Eine perfekte Quelle für Ideen ist der Trigos, Österreichs Auszeichnung für besondere Leistungen in Sachen Corporate Social Responsibility. Benannt ist dieser anerkannte Award nach dem so genannten Nachhaltigkeitsdreieck, das jeweils eine ökonomische, eine ökologische und soziale Seite hat. Und tatsächlich finden sich unter den Siegerprojekten der letzten Jahre teils innovative Ideen zu allen drei Anknüpfungspunkten. Zu den heurigen Siegern gehörte beispielsweise der Kärntner Fassadenspezialist Sto, der mit einem kleberlosen und somit recycelbaren Fassadendämmsystem punkten konnte. Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen wiederum wurde für ihr Social Banking Programm ausgezeichnet. Es spricht Menschen an, die bisher keinen Zugang zu Bankdienstleistungen hatten. Doch CSR ist auch für kleinere Unternehmen ein Thema.

 

Regionale Projekte

Der kleine steirische Eistee-Produzent Makava etwa punktete 2016 mit seiner innovativen Firmenkultur, bei der auf Gleichberechtigung und flache Hierarchien gesetzt wird. Neben dem österreichweiten Trigos-Preis werden außerdem auch kleinere, regionale CSR-Projekte in den Bundesländern vor den Vorhang geholt. Auch in Deutschland zeigt ein einschlägiges Mittelstandsprojekt vor, welches Potenzial CSR gerade auch jenseits der Großunternehmen hat. Nachhaltigkeit ist für immer mehr Unternehmen in Österreich eine Selbstverständlichkeit und gesellschaftliche sowie unternehmerische Verantwortung, bestätigt Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Diese Betriebe seien auch wirtschaftlich sehr erfolgreich und würden durch ihre innovativen Produkte und ihre Wertehaltung einen wichtigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich leisten, so Mahrer.

 

Wo ansetzen?

Die Ideen und Ansatzpunkte für ein Engagement in Sachen CSR sind überaus vielfältig: eine nachhaltige und sozial gerechte Produktion und Wertschöpfungskette. Mitarbeiterbeteiligung und Mitarbeitergesundheit. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Förderung älterer Arbeitnehmer, Umwelt- und Klimaschutz, Diversity Management. Die Reihe ließe sich lange fortsetzen, und auch einschlägige Fachmagazine geben eine Ahnung von der Fülle an Möglichkeiten. Angestrebt wird bei allen Maßnahmen stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der wirtschaftlichen, der gesellschaftlichen und der ökologischen Dimension. Allgemein gesprochen lässt sich CSR auf folgende Formel bringen: Es kommt nicht darauf an, wie ein Unternehmen seine Gewinne verwendet, sondern wie es sie erwirtschaftet. Klar ist aber auch: Auf der Habenseite eines CSR-Engagements stehen auch Dinge, die dem Unternehmen selbst gut tun. Ein etwaiger Imagegewinn und die Möglichkeit zu einschlägigen PR-Aktivitäten sind hier ebenso zu nennen wie motiviertere Mitarbeiter.

 

Vorsicht vor Alibiaktionen!

An dieser Stelle eine Warnung: Es gibt auch in der Wirtschaft da und dort Unternehmen, die Corporate Social Responsibility missverstanden haben. Oder sogar dazu missbrauchen, sich beispielsweise ein grünes Mäntelchen umzuhängen, obwohl die Tatsachen eigentlich eine andere Sprache sprechen. Dieses Greenwashing ist letztlich eine Form der Schönfärberei oder gar der Verbrauchertäuschung, die natürlich am wahren Kern des CSR-Themas völlig vorbeigeht. Eine ironisch aufbereitete Warnung vor derartigen Praktiken gibt eine Ahnung davon, wovor sich Unternehmen hüten sollten. Um Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive für ein CSR-Engagement erst gar nicht aufkommen zu lassen, empfiehlt sich eine simple Strategie: Ehrlichkeit. Denn die währt bekanntlich am längsten.

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