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Frau in technischen Beruf

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4 Minuten

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Frauen für Technik begeistern

Verena Pausder und Sonja Wallner

MINT-Bildungsexpertin & erfolgreiche Gründerin Verena Pausder und A1 CFO Sonja Wallner

Der Talk mit MINT-Bildungsexpertin Verena Pausder und A1 CFO Sonja Wallner.

Mehr Chancengleichheit – von Bildung bis Karriere. Warum Zugang zu digitaler Bildung, Mathematik, MINT-Berufen und Führungsrollen für Frauen essenziell ist und warum mehr Genderbalance positiv zum Unternehmenserfolg beiträgt: Darüber diskutierte eine hochkarätige Runde beim MINTchanger:in-Event von A1 – gemeinsam mit A1 CFO Sonja Wallner.

Die Keynote auf diesem nachhaltigen Event hielt Verena Pausder, MINT-Bildungsexpertin und erfolgreiche Gründerin aus Deutschland. Ebenso vor Ort am Podium beim MINTchanger:in-Event von A1 war unter anderem auch DI Susanne Ebm, Leitung Informationssysteme bei der Flughafen Wien AG.

Warum ist es wichtig, mehr Frauen für MINT-Berufe zu begeistern?

Verena Pausder: Wir brauchen „Techies“, um neue Ideen umzusetzen. In der Berliner Tech-Szene haben wir 13 Prozent Gründerinnen. Diese Frauen sprechen miteinander, lernen voneinander – zu Themen wie Job und Familie, aber auch zu Trends wie NFT. Wir sehen viele neue Jobs mit MINT-Bezügen. Daher braucht es gemeinsame Anstrengungen von Politik, Bildungswesen und Unternehmen. Frauen sollen auch selbst etwas tun – mehr Neugier tut gut!

Sonja Wallner: Für mich haben Unternehmen einen vorrangigen Zweck, nämlich gute Ergebnisse zu erwirtschaften. Voraussetzung dafür sind u.a. zufriedene Kunden und gute Mitarbeiter. Ich bin sehr fakten- und zahlengläubig und habe irgendwann festgestellt, dass diverse Teams nachhaltigere Ergebnisse erzielen, kreativer sind und mehr zum Unternehmenserfolg beitragen. Herausforderungen lassen sich durch unterschiedliche Historien am besten lösen.

Was ist dafür in der Ausbildung nötig?

Verena Pausder: Analoger Schulunterricht auf digitalen Kanälen ändert nichts. Wichtig sind entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, die als Begleiter, Coach, Enabler für digitale Kompetenz fungieren. 85 Prozent aller Daten werden nicht genutzt – aus der Mobilität, dem Gesundheitswesen, von Behörden etc. –, weil wir Datenschutz über alles stülpen und den Wert der Daten nicht verstehen. Im Hochschulbereich brauchen wir Quoten von unten: Ein gewisser Studiengang soll etwa nicht stattfinden, wenn ein Frauenanteil von unter 30 Prozent gegeben ist.

Was können Arbeitgeber unternehmen?

Wallner: Wir brauchen Frauen, die neugierig sind und erfolgreich sein wollen – von Müttern bis zu Studienabgängerinnen. Wir achten sehr darauf, bei gleichen Qualifikationen nicht nur die „weißen Österreicher“ ins Unternehmen zu holen. Diese Reise hat vor mehreren Jahren begonnen und trägt nun endlich Früchte. Aber wir brauchen mehr davon. Dafür setze ich mich mit voller Leidenschaft ein.

Verena Pausder: Events, Workshops, Austausch mit MINT-Frauen fördern, Weiterbildung anbieten, die nicht zum „Kerngeschäft“ der Mitarbeiterinnen gehört – das ermöglicht ein „Wachsen“ zum persönlichen Vorteil und jenem des Unternehmens. Mehr Frauen in MINT-Berufen trägt auch zum Schließen der Gender-Pay-Gaps bei.

Wie kann ich selbst etwas ändern? 

Verena Pausder:  Mein Tipp: eine „Zukunftsstunde“ pro Woche, idealerweise sonntags um 17:00 Uhr. Keine Spiele, sondern Umgehen mit Robotern, technischen Geräten, eine „hour of code“, und dabei die Kinder einbinden. Schenken Sie Mädchen technische Dinge. Sie freuen sich darüber genauso und gewinnen Einblicke in die digitale Welt. Für Erwachsene: „Tech-Club statt Buchklub“, sich mit anderen über technische Themen austauschen. Halten Sie das 90 Tage durch und Sie gewinnen eine neue Sicht auf die Technologie.

Wallner: Auch ich musste feststellen, dass nicht alle gleiche Chancen haben, ihre Wünsche zu verwirklichen. Daher möchte ich Frauen und Männer unterstützen und achte darauf, dass Frauen und Männer gleiche Voraussetzungen oder auch Bedingungen im Beruf haben. Unsere Initiativen machen sich schön langsam bezahlt – einerseits bei den Berufseinsteiger:innen, weil wir heute endlich mehr als 25 Prozent weibliche Lehrlinge im Haus haben, die regelmäßig super Ergebnisse bringen, und andererseits in der bestehenden „Mannschaft“, in der sich Frauen in unserer Female-Empowerment-Initiative gegenseitig unterstützen. Weiters empfinde ich es als unseren gesellschaftlichen Auftrag, Eltern dazu anzuregen, ihre Kinder bei der Wahl der Hobbys oder der Schule interessen- bzw. neigungsgetrieben zu unterstützen.

Mehr MINTchanger:innen

Mehr zum Thema MINTchanger:in gibt es zum Reinhören auch in #ConnectLife – der Podcast von A1 (Folge 31) auf A1.net/podcast und auf allen gängigen Podcast-Plattformen. Da geht es vor allem um Diversität in Unternehmen und um die Frage, wie und wo man Talente finden und fördern kann. Verena Pausder und A1 CFO Sonja Wallner sehen in österreichischen Unternehmen vor allem beim Thema Frauen im MINT-Bereich (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ordentlich Luft nach oben.

Für Verena Pausder ist klar, dass man bereits in der Schule anfangen muss, Mädchen für Technik zu begeistern. Zum anderen muss das Thema Tech-Fortbildung für Frauen auch in Unternehmen gefördert werden. Außerdem sollten Unternehmen kommunizieren und ausstrahlen, was man im MINT-Bereich alles werden und erreichen kann. Sonja Wallner wiederum haben Reports überzeugt, und diesbezüglich stellt sie klar: „Homogene Teams probieren weniger Szenarien aus und haben weniger Ergebnis.“

Mädchen und Technik – das matcht!

Und auch in der Podcast-Folge 29 geht es um das Thema „MINT – Frauen in der Technik, Role Models und Selbstbewusstsein. Warum Mädchen und Technik matchen“. Da geht es speziell darum, wie Mädchen von der Welt des Programmierens, der Robotik, der Schraubenschlüssel und Kabeltrommeln begeistert werden können und was Unternehmen tun können, um Technik- und Handwerksberufe für Mädels cool zu machen. Das und mehr klärt Moderatorin Martina Steidl mit ihren beiden Gästen: Daniela Fritz, Leiterin CSR bei A1, und Katrin Gleirscher, pädagogische Leiterin des DaVinciLab.

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