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Das Internet der Straße

Die WLAN-fähigen Ampeln sollen künftig das (teil-)automatisierte Fahren im Straßenverkehr unterstützen.

Intelligente Ampeln und Lichtmasten made in Austria werfen ein Licht auf den smart vernetzten Straßenverkehr von morgen.

Oktober 2019, Schauplatz Wattens in Tirol. Bei der Einweihung einer Begegnungszone im neu gestalteten Ortszentrum wird zeitgleich eine der modernsten Ampelanlagen Österreichs präsentiert. „Die Überwachung der elektrotechnischen und optischen Eigenschaften der Signale geschieht unmittelbar im Innern der LED-Ampeln. Das erhöht die Funktionssicherheit und führt zu einer mehr als 98%igen Senkung des Energiebedarfs gegenüber der konventionellen Glühbirne“, erklärt Florian Kogelbauer, Geschäftsführer von Swarco Traffic Austria.

Vorteile zeigen sich auch in Bezug auf Verkabelung und Tiefbau. Es ist nicht mehr wie bislang nötig, dass jedes Rot, Gelb, Grün und Fußgängersignal direkt mit dem Steuergerät am Straßenrand verbunden wird. Ein Kabel-Bus, der von Mast zu Mast fortgeführt wird, reduziert den Materialeinsatz und vereinfacht die strom- und kommunikationsseitige Anbindung der Anlage.

 

Im Funknetz

Kooperative intelligente Verkehrssysteme, kurz C-IST, ist das Schlagwort, das für die Firmengruppe Swarco Futurit Programm ist. Der Weltmarktführer bei LED-Ampeln und -Wechselverkehrszeichen sitzt im burgenländischen Neutal und hat seine Managementzentrale in Perchtoldsdorf bei Wien. Er entwickelt unter anderem neuartige Ampelgenerationen. Zu deren Features gehören die automatische Fußgänger-Erkennung zur Ampelschaltung, Messung von Luftqualitätsdaten oder ein zusätzliches Rotlicht, das nach unten leuchtet und abgelenkte Smartphone-User auf die rote Ampel hinweist.

Die WLAN-fähigen Ampeln sollen künftig das (teil-)automatisierte Fahren im Straßenverkehr unterstützen. Einen Beitrag liefern dazu vernetzte Anlagen, die die gesammelten Daten an Verkehrsteilnehmer weitergeben und deren Schaltung so konzipiert ist, dass dem öffentlichen Nahverkehr mittels Funktelegrammen Vorrang an der Kreuzung gewährt wird. Pilotprojekte mit Beteiligung von Swarco werden weltweit getestet. Zum Beispiel in Stockholm, das sich vorgenommen hat, bis 2040 die smarteste Stadt der Welt zu werden.

Denken und lenken

Auf smarte Lichtsignalanlagen setzt man jetzt auch in Wien. Nach einer knapp dreijährigen Entwicklungs- und Testphase ging Ende September 2019 an der Kreuzung Längenfeldgasse/Karl-Löwe-Gasse, direkt bei einer Schule, die erste intelligente Fußgängerampel der Bundeshauptstadt in Betrieb. Das System: Eine integrierte Kamera detektiert Personen im nahen Kreuzungsumfeld. Sie analysiert dank lernfähiger Algorithmen deren Körpersprache und Bewegungsmuster auf Querungswunsch und schaltet danach – je nach Größe der Gruppe – auf eine zeitlich angepasste Grünphase.

„Für eine erste Intentionsschätzung benötigt das System eine Sekunde. Verlässlich ist die Schätzung schon nach zwei Sekunden“, erklärt Systementwickler Horst Possegger vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz. Ab 2020 sollen damit die bisher üblichen rund 200 Druckknopf-Ampeln in Wien ersetzt werden, um Wartezeiten zu verringern und den Verkehrsfluss zu erhöhen. Sorgen in Bezug auf Datenschutz müsse man sich laut Possegger übrigens nicht machen: „Die Bilder werden verschlüsselt, lokal analysiert, danach gelöscht und verlassen zu keinem Zeitpunkt das örtliche System.“

 

Mast have

Unterstützung auf dem Weg zur künftig smart vernetzten Mobilität bekommen die Ampeln von ebenso intelligenten Lichtmasten des Melker Unternehmens Fonatsch. Ausgestattet mit Kameras, Akustiksensoren und WLAN-Router entpuppen sich die Masten als Multifunktionsobjekte: Je nach Verkehrslage dimmen sie ihr Licht automatisch. Sie sind Ladestation für E-Mobile, Handys und Drohnen. Außerdem messen sie die Verkehrsdichte und leiten Straßendaten an Fahrzeugcomputer sowie Leitsystemzentralen weiter.

„Unsere Produktlinie mast have by Fonatsch ist ein weiteres Puzzlestück im digitalisierten Verkehrsmanagement“, so Alexander Meissner, Geschäftsführer des Mastenerzeugers. Dass man von Fonatsch aus ein Licht auf die intelligente Straße von morgen wirft, darf wortwörtlich verstanden werden.

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