Placeholder

Zusammenarbeit

Spielend und inspirierend lernen

  • Vorheriger
  • Artikel
Placeholder

Zusammenarbeit

Architektur im Zeichen von Planen und Bauen 4.0

  • Nächster
  • Artikel

Lesedauer

5 Minuten

Zusammenarbeit

Warum die Zeit reif ist für Mixed Reality

Augmented Reality, Virtual Reality und – noch recht neu – Mixed Reality. Wo sind hier die Unterschiede?

Service, Training, Produktion – warum Mixed Reality jetzt eine Hochkonjunktur erfahren könnte.

Die Realität, wie wir sie kennen, wird immer mehr erweitert, teilweise auch verändert, aber vor allem wird sie „nutzbarer“ gemacht. Das zeigt sich an Entwicklungen, die dank der Digitalisierung immer vielfältiger werden. Allerdings schwirren dann auch gerne Begriffe herum, mit denen nicht jeder Mensch etwas anfangen kann. Ein gutes Beispiel dafür: Augmented Reality, Virtual Reality und – noch recht neu – Mixed Reality. Wo sind hier die Unterschiede?

 

Augmented Reality (AR)

...oder auch „erweiterte Realität“ bedeutet, die physische Realität um virtuelle Elemente zu erweitern. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, etwa indem auf dem Smartphone oder dem PC-Monitor Zusatzinformationen eingeblendet werden, die sich nahtlos in das abgefilmte Bild der echten Welt einfügen. In modernen Autos fällt auch das Head-up-Display in diese Kategorie, das sich selbst in kleineren Fahrzeugklassen durchzusetzen beginnt. Der Gag ist, dass relevante Informationen – wie Daten zu Geschwindigkeitsbegrenzungen oder zu Inhaltsstoffen von Lebensmitteln, je nach Anwendung – das reale Bild ergänzen. Auch bei einer Wartungs- und Servicebrille, wie sie beispielsweise von Nagarro in Zusammenarbeit mit A1 angeboten wird, ist das der Fall. In der erweiterten Definition spricht man dann von „Assisted Reality“, einer unterstützenden Realität.

 

Virtual Reality (VR)

...ist eine vollständig computergenerierte und interaktive Umgebung. Hier wird die Realität sozusagen in die virtuelle Welt hineingezogen. Um diese Umgebung auch sehen bzw. in ihr agieren zu können, braucht es eine spezielle VR-Brille. In dieser kann man spezifische Aktionen setzen – das wird heute schon gerne bei Präsentationen oder in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Ein spannendes Beispiel dazu liefert VrVis (zentrum für virtual reality und visualisierung forschungs-gmbh) in Wien: Es bietet ein virtuelles Brandschutztraining an.

Dabei wird in unterschiedlichen Szenarien durchgespielt, wie man sich im konkreten Brandfall je nach Brandort und -material verhält. Bei dieser Übung – ich habe es selbst probiert – tritt die Realität in den Hintergrund, man hat das Gefühl, mitten in einem Zimmer zu stehen, in dem es brennt. Spannend! Außerdem werden VR-Lösungen gerne im Gaming-Umfeld eingesetzt.

 

Der nächste Schritt: die Mixed Reality

Sie bildet im Gegensatz zu den erstgenannten Realitäten das gesamte Spektrum zwischen der physischen und digitalen Welt ab. Sie verbindet die reale Welt mit künstlichen, computergenerierten 2D- oder auch 3D-Objekten. Microsoft ist einer der wesentlichen Treiber dieser Technologie und hat dazu eigene Brillen bzw. eine Linse entwickelt, die Microsoft HoloLens. Sie ist die Basis dafür, das Mixed-Reality-Erlebnis zu spüren. So ist es möglich, virtuelle Gegenstände, die sozusagen auf einem realen Tisch „liegen“ – etwa eine Blume – dank der MS HoloLens mit dem Tisch „mitzuverschieben“.

Eigentlich ist die Mixed Reality wie eine „übergeordnete Einheit“ aller virtuellen Realitäten. Und, das ist erstaunlich: Die ersten technologischen Ansätze dazu stammen schon aus den 1960er-Jahren. Aber erst jetzt, durch die enormen Fortschritte in der Digitalisierung, in der Rechnerleistung oder der Sensortechnologie, entstehen ganz neue, industriell relevante Anwendungsmöglichkeiten. Beispiel: eine Produktionslinie. Verbindet man IoT-Lösungen mit Cloudanwendungen und den vorhandenen bzw. prognostizierten Daten der Produktionslinie, bietet sich ein großes Potenzial für die Interaktion von Menschen und Maschinen. In der Mixed Reality entstehen neue „Leitstände“ oder „Entscheidungszentralen“, die für erhöhte Effizienz, Flexibilität, vorausschauende Services oder noch mehr Sicherheit in der Produktion sorgen können.

Vor allem in jenen Bereichen, in denen der Einsatz von mobilen Geräten nicht praktikabel ist – etwa bei Wartungsarbeiten in schwindelnder Höhe wie bei Windrädern oder wenn spezielle Schutzkleidung nötig ist, die ein Handling mit mobilen Devices schwierig macht. Hier ist die Pharmaindustrie ein gutes Beispiel – man denke an die Corona-Forschung. Und auch in der Medizin, beispielsweise im Erkennen und Behandeln von Veränderungen an Gewebe oder Knochen bzw. bei heiklen Operationen bieten sich noch viele Chancen. Daher stehen wir wohl am Anfang einer echten Hochkonjunktur für die Mixed Reality!

Artikelübersicht