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Camo & Krooked im Interview

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Musikevolution #1 – Die Klassik und Steinzeit

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Eurovision Song Contest 2019

Der ESC ist der gelebte europäische Gedanke. Diesmal in Tel Aviv, der lebenslustigen Finanzmetropole am Mittelmeer. Foto: Birgit Kraßnitzer

Für manche Künstler ist der Eurovision Song Contest die große Chance, für andere die Talsohle ihrer Karriere. Auf alle Fälle ist der Contest ein farbenfrohes Fest der Musik mit jeder Menge echter und gespielter Dramatik und unterschiedlichster Musikausrichtung. Als Side Programm wird auch Conchita Wurst auftreten. Wer ist 2019 Favorit und warum ist der ESC gelebter europäischer Gedanke?

ESC vom 14. bis 18. Mai
Jetzt ist es endlich soweit! Die quirlige Party Stadt und Finanzmetropole Tel Aviv bereitet sich auf ein europäisches Highlight vor: die vielseitige und urbane Stadt am Mittelmeer mit etwa 500.000 Einwohnern ist nicht nur freigeistiges Finanzzentrum Israels, sondern Austragungsort für den 64. ESC 2019 vom 14. bis 18. Mai 2019. Letztes Jahr konnte der israelische Beitrag von Netta mit dem Lied Toy den Sieg mit einer knallbunten Huhn-Einlage erringen. Damit wird Israel nach 1979 und 1999 zum dritten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contests sein. Das Motto 2019 ist Dare to dream, ob die vorgestellten 41 Lieder wirklich Stoff zum Träumen bieten?

Irland bei den ersten Proben beim ESC. So soll's sein beim ESC: schön bunt. Foto: Andres Putting

Keine Favoriten unter den Big Five

Zum wiederholten Mal werden die Big Five, also Frankreich, Deutschland, England, Spanien und Italien, die sich alle nicht für das Finale qualifizieren müssen, kaum eine wesentliche Rolle spielen. Denn zum Favoritenkreis gehören derzeit Schweden, eh klar, Russland und auch die Schweiz. Hier überrascht DSDS Gewinner Luca Hänni mit einem schwungvollen Mainstream-Beitrag, der auch durchaus beim Publikum und der Jury stark punkten könnte. Der fesche John Lundvik geht für Schweden ins Rennen und gilt als einer der Favoriten, der Russe Sergey Lazarev kennt den ECS bereits von 2016, mit seiner starken, sicheren Musicalstimme interpretiert er „Scream“. Deutschland stimmte am 22. Februar im Vorentscheid „Unser Lied für Israel“ in einer eigenen TV-Show darüber ab, wer nach Israel fahren soll, das neu gecastete Duo Sister konnte sich mit dem Titel „Sister“ durchsetzen, ein Plädoyer gegen den Zickenkrieg unter Frauen.

Romänien backstage bei den ersten Proben in Tel Aviv. Foto: Thomas Hanses

Wo sind die Ohrwürmer?

Der österreichische Beitrag hat keine Höhepunkte, Paenda (gesprochen Pända) sang für Österreich in Israel den Song Limits. Die atmosphärisch aufgeladene Electronic-Pop-Ballade wurde im 2.Halbfinale präsentiert, hat es aber leider nicht ins Finale geschafft. Eine Castingshow fand heuer, wie in den beiden Vorjahren, nicht statt. Die 31-jährige Elektropopsängerin stammt aus Deutschlandsberg und ist eine erfahrene Musikerin. Ihr zweites Album „Evolution II“ ist im April erschienen, darauf befindet sich auch "Limits", das sie nicht speziell für den ESC schrieb. „Limits“ ist ein schöner Gegenentwurf zu den zahlreichen Performances beim ESC, wo sich zumeist Sängerinnen darin übertreffen, wenig authentisch, dafür umso pathetischer und entsprechend stimmgewaltig Emotionen gesanglich umzusetzen. Wer mehr in die Musik des ESC reinhören möchte, hat auf der Musikstreaming App A1 Xplore Music die Möglichkeit dazu, hier die Playlist.

Austria 2019, erste Probe von Paenda auf der großen ESC-Bühne. Foto: Andres Putting

Wann hat Österreich den Song Contest gewonnen?

1966 in Luxemburg (Udo Jürgens, Merci, Cherie) und 2014 in Kopenhagen (Conchita Wurst mit Rise like a Phoenix). Der ESC wird geliebt und gehasst, alleine und besonders in Gruppen verfolgt. Bei vielen Zuschauern kommt Partystimmung auf. Wer gute Chancen auf einen Sieg 2019 hat, ist offen, denn die Erfolgschancen hängen auch stark, zumindest zu 50%, von der Ausstrahlung und dem Symphatiegrad des Interpreten oder der Interpretin in der Live-Performance ab. Also nichts ist berechenbar, das macht den Contest auch so sehenswert. Denn wer hätte 2017 gedacht, dass der kleine, intellektuelle Salvador Sobral sich mit dem Fado-angehauchten Lied Amar pelos dois gegen die pyrotechnische Übermacht vom Balkan wird durchsetzen können? Und wer hätte eingeschätzt, dass 2018 der österreichische Beitrag von Cesár Sampson Nobody but you kurzfristig beim Voting von der Jury auf Platz 1 gevotet werden würde (immerhin gab es 9 mal 12 Punkte von der Jury).

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