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Vom Außenpracker und Wadlbeißer

Österreichs Fußballersprache ist eine Geschichte für sich. Wesentlich sind dabei weniger die Aussprache und Grammatik – die aufgrund der verschiedenen österreichischen Dialekte recht unterschiedlich sein kann – sondern vielmehr die Spezifika des breitgefächerten Wortschatzes. Aus historischen Gründen stellen dabei wienerische Wörter und Wendungen den allgemein verbreiteten Kernbestand dar.

Seit der Gründung des ersten österreichischen Fußballvereins First Vienna Football Club, der Vienna im Jahr 1894, war Fußball eher eine Wiener Angelegenheit. Das zeigt sich definitiv in den Wortkreationen. Ein paar Bonmots gefällig?

  • Der Ball: der Ballen, die Frucht, die Haut, die Wuchtel.
  • Der Fußballschuh: der Bock, der Geschraubte (Schuh mit Schraubstollen), der Gummler (derselbige mit Gummistollen), die Packerln.
  • Das Tor: die Butte, das Goal, die Kiste, das Türl.
  • Teile vom Tor: das Eck, das Stangl, das Kreuzeck, die Latte.
  • Der Fußballer: der Ballesterer, der Bankerldrücker, der Blinde (politisch unkorrekt: Fußballer ohne Übersicht), der Bloßfüssige, der Dribblanski (versiert, aber uneffizient), der Edelreservist, Eisenfuß, der Furchenzieher (Mittelspieler), der Wadlbeißer (zäher, für Gegenspieler unangenehmer Manndecker).
  • Der Schiedsrichter: der Schiri, die schwarze Sau sowie der Ballschani (Balljunge), der Outwachler und Wachler (für die Fahne), der Sani.

Geschichte

Fußball entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien und breitete sich danach auf der ganzen Welt aus. 1872 wurde das erste offizielle Länderspiel in Glasgow zwischen Schottland und England ausgetragen, 1874 der Fußballschiedsrichter, der das Spiel als Unparteiischer leitet, eingeführt. Es gab jedoch schon im zweiten Jahrtausend vor Christus in China ein fußballähnliches Spiel bei dem ein aus Lederstücken zusammengenähter Ball mit Federn und Tierhaaren ausgestopft war. Auch aus dem Kulturkreis des antiken Griechenlands sind Abbildungen von Ballspielen auf Reliefs und Vasen erhalten. Die Römer der Antike kannten auch schon Ballsportarten, die in einem militärischen Kontext gespielt wurden. Mit der Entdeckung Amerikas kamen die Europäer mit den alten Ballspielen Mittelamerikas in Berührung, die eine lange Tradition über verschiedene Kulturen besaßen, teilweise eine religiöse Funktion besaßen und in befestigten Stadien ausgetragen wurden.

Die Vienna

Am 22. August 1894 wurde mit der Vienna der erste österreichische Fußballklub gegründet. In den folgenden Jahren wurden eine Reihe von bürgerlichen Vereinen, unter anderem Wiener FC (1896) und WAC (Fußball-Sektion ab 1897), von dem sich 1910 ein weiterer Spitzenklub der Habsburgermonarchie, der Wiener Association FC (WAF), abspalten sollte. 1907 schlossen sich der Wiener Cyclisten-Club und die Wiener Sportvereinigung (1904 mit dem Deutschen Sport-Verein fusioniert) zum Wiener Sportklub (Dornbach) zusammen.

Fußball-Schauen: Typisch waren der den Fußballplatz umgebende Bretterzaun welcher ein Zusehen ohne Bezahlung verhindern sollte. Copyright: A1 Telekom Austria.

Das erste dokumentierte Fußballspiel im heutigen Österreich fand am 18. März 1894 in Graz zwischen zwei Teams des Akademisch-Technischen Radfahr-Vereins (ATRV) statt. Gespielt wurde nach den damals gültigen internationalen Regeln (zweimal 50 Minuten mit zehnminütiger Pause). Am 7. März 1898 (Cricketer gegen Viktoria) wurden erstmalig Tornetze verwendet. Am 22. Juli 1897 kam es in Wien zur Gründung des ersten Fußballvereins aus dem vorstäditschen Arbeitermilieu, dem Ersten Wiener Arbeiter Fußball-Club, aus dem 1899 der Sportclub Rapid entstand. In Folge der wachsenden Begeisterung für den Fußballsport auch in den Vorstädten bildeten sich auch dort weiterer Klubs, deren einige im Lauf ihrer Geschichte auch in der höchsten Spielklasse antraten: Erster Simmeringer Sportklub (1901), Rudolfshügel (Favoriten, 1902), SK Slovan (wichtigster Verein der Wiener Tschechen, 1902), Admira (Floridsdorf, 1905), FAC (Floridsdorf, 1906), Wacker (Meidling, 1908), Helfort (Ottakring, 1910), Hertha und FavAC (beide Favoriten, 1911), SC Nicholson (Favoriten, 1913).

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Fußball in Wien zu einem Massenspektakel von einzigartiger Popularität. Im Sommer 1924 führte der Wiener Fußballverband als erste kontinentaleuropäische Institution das Berufsspielertum ein, das bis zum Anschluss an NS-Deutschland im März 1938 bestand und Wiener Klubs zu den stärksten Europas machte. Fotografen und Filmer berichteten seit den frühen 1920er-Jahren in Bild und Ton vom Wiener Fußballgeschehen und am 7. Oktober 1928 übertrug Radio Wien schließlich erstmals ein Match live. 1927 initiierte der Österreichische Fußball-Bund mit dem Mitropapokal den ersten bedeutenden internationalen Wettbewerb für Vereinsmannschaften in Europa. Der Mitropapokal gilt als Vorläufer des heutigen Europapokals.

Die Fotos stammen aus den 20er-Jahren und wurden bei einem Fußballplatz in der Wiener Peripherie aufgenommen. Fotos: A1 Telekom Austria

1959 wurde erstmals das Wiener Stadthallenturnier ausgetragen. Der Hallenfußball, der bislang keinen leichten Stand im deutschsprachigen Raum hatte, konnte sich nun etablieren. Während er als Schulsport sogar häufiger praktiziert wurde als Fußball am Feld, konnte das traditionelle Hallenturnier in der Stadthalle nach 2009 nicht mehr wiederbelebt werden.

Das Ernst-Happel-Stadion im 2. Bezirk in Wien ist mit einem Fassungsvermögen von 47.500 Zuschauern das größte Sport-Stadion Österreichs. Die 1931 eröffnete Sportstätte wurde per Gemeinderatsbeschluss am 14. Jänner 1993 in Wiener Praterstadion – Ernst-Happel-Stadion umbenannt. Ernst Happel (1925–1992), der Namenspatron, war ein Wiener Fußballer, international tätiger Trainer und Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft in den Jahren 1991 und 1992. Das Ernst-Happel-Stadion ist Heimstätte der österreichischen Nationalmannschaft und war Schauplatz von vielen internationalen Fußballspielen. Tipp: Das Bundesliga Match Rapid gegen RB Salzburg am 24.2. gibt es exklusiv bei uns auf A1now und A1now.tv zu sehen. Die neue Video-on-Demand Plattform A1now.tv zeigt die Fußball Bundesliga.

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