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Digitale Zukunft

Impfstoff mit Daten-Turbo

Warten auf die Wunderwaffe: Wann kommt die Erfolgsmeldung rund um den COVID-19-Impfstoff?

Die Corona-Krise der letzten Monate zeigt schmerzlich, wie eine Welt ohne Schutzimpfungen aussehen würde. Doch längst wird weltweit mit Hochdruck an einem COVID-19-Impfstoff gearbeitet. Die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Was ist der Unterschied zwischen Infektionskrankheiten wie Pocken und Masern einerseits und der aktuellen Corona-Krankheit COVID-19 andererseits? Ganz einfach: Während den beiden erstgenannten Geißeln der Menschheit durch entsprechende Schutzimpfungen bereits die Giftzähne gezogen werden konnten, gibt es gegen COVID-19 bisher keinen vorbeugenden Immun-Schutz. Dabei belegen die nackten Zahlen, wie gewaltig der Positiv-Effekt des Impfens in der Geschichte gewesen ist: Allein im 20. Jahrhundert starben weltweit schätzungsweise rund 400 Millionen Menschen an Pocken und rund 100 Millionen Menschen an Masern. Dank entsprechender Impfungen konnten die gefürchteten Pocken heute völlig eliminiert, Masern-Erkrankungen immerhin auf ein Minimum reduziert werden.

Laut Berechnungen der WHO retten Impfungen alljährlich das Leben von drei Millionen Menschen weltweit.

Warten auf Corona-Wunderwaffe

Laut Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO retten Impfungen auch heute noch alljährlich das Leben von weltweit mehr als drei Millionen Menschen. Die Corona-Krise der letzten Monate hingegen gibt eine Ahnung davon, wie eine Welt ohne Schutzimpfungen aussieht: Lockdown, Kontaktsperren, Einsamkeit, schwere Krankheitsverläufe, große wirtschaftliche Probleme. Kein Wunder also, dass die Welt ungeduldig darauf wartet, dass Wissenschaft und Medizin auch COVID-19 mit Hilfe einer Impfung besiegen. Denn trotz vieler innovativer Lösungen und hilfreicher Tipps von Homeoffice bis Gesundheit ist klar: Letztlich muss auch diese Krankheit an der Wurzel bekämpft werden. Mit Stand Ende Mai 2020 befinden sich laut WHO sage und schreibe 114 Impfstoff-Kandidaten in der vor-klinischen Pipeline. Zehn weitere sind sogar schon in der klinischen Erprobung an Menschen. Viele Experten rechnen damit, dass es bereits in den ersten Monaten des Jahres 2021 zu einem Durchbruch kommen könnte. Und schon jetzt lässt sich mit Sicherheit sagen: Ohne topmoderne digitale Methoden würde die Entwicklung um ein Vielfaches länger dauern.

Vorkämpferin für freie Daten

Die Vorteile der Digitalisierung kommen dabei einerseits beim weltweiten Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Tragen, aber auch direkt bei der Entwicklung von Arzneistoffen. Grundvoraussetzung dafür war die Veröffentlichung der genetischen Sequenz des SARS-CoV-2-Virus bereits am 11. Januar 2020. Was kaum jemand weiß: Den Weg dafür hatte ab dem Jahr 2006 die italienische Virologin Ilaria Capua geebnet. Nachdem Capua die Entschlüsselung des damals gefürchteten Vogelgrippe-Virus gelungen war, widersetzte sich die mutige Italienerin sogar der WHO. Und erreichte am Ende, dass wichtige Gen-Datenbanken erstmals nicht nur wenigen privilegierten Labors, sondern allen Forschern weltweit zur Verfügung stehen müssen. Die gemeinsame Sprache für alle Impfstoff-Entwickler bringt seither nicht nur Chancengleichheit, sondern ermöglicht auch einen noch gezielteren Einsatz modernster Technologien. Etwa von Künstlicher Intelligenz KI bzw. AI.

 

Da Künstliche Intelligenz riesige Datenmengen auswerten kann, ist eine deutliche Beschleunigung der Impfstoffentwicklung zu erwarten und zu erhoffen.

Künstliche Intelligenz gegen Corona

So hat beispielsweise das Google-Tochterunternehmen DeepMind mithilfe von KI die Eiweiß-Strukturen des Virus unter die Lupe genommen. Mit Computer-gestützten Analysen und Vorhersagen sollen sich darüber hinaus geeignete Antigene für Impfstoffkandidaten schnell und gezielt finden lassen. In Linz wiederum haben Forscher medizinische Wirkstoffe mit Hilfe von KI auf ihre Wirksamkeit gegen das SARS-CoV-2-Virus untersucht. Da Künstliche Intelligenz riesige Datenmengen – Stichwort: Big Data! – auswerten kann, ist eine deutliche Beschleunigung der Impfstoffentwicklung zu erwarten. Selbiges gilt für die durch offene Datenbanken erleichterte Zusammenarbeit zwischen den Forschern in aller Welt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die weltweit größte Datenbank für klinische Studien, clinicaltrials.gov aus den USA. Doch bei aller Kooperation wird sicher auch der gesunde Wettbewerb der Player die Suche nach einem Corona-Impfstoff beflügeln. Bis zu einer Erfolgsmeldung rund um eine erlösende Spritze muss die Welt aber noch warten. Quasi auf Nadeln.

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