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Public Viewing mit Satellit und Sternenstaub

Public Viewing ist nicht nur an lauen Sommerabenden ein schönes gemeinsames Erlebnis. Das ganze Jahr über begeistert kollektives Mitfiebern und verfolgen von sportlichen Ereignissen die Massen. Was die wenigsten wissen: dabei spielt die Erdefunkstelle in Aflenz eine entscheidende Rolle. Damit wir weltweite Ereignisse im Fernsehen mitverfolgen und mit dem Rest der Welt über Internet und Telefon kommunizieren können, wurde vor 38 Jahren Österreichs einzige Erdefunkstelle in einer besonders ruhigen Gegend der Steiermark in Betrieb genommen. Der Teleport Aflenz sorgt dafür, dass Millionen von Menschen rund um den Globus Österreich näher gebracht wird: sei es das weltbekannte Neujahrskonzert, der Lifeball oder der Opernball.

1. Übertragung via Satellit

Public Viewing am CopaBeach Vienna, im Hintergrund der Millenium Tower von Architekt Gustav Peichl, der auch die Erdefunkstation Aflenz plante.

Neben den Übertragungsverfahren auf Kabeln und über Richtfunk gibt es auch die Möglichkeit der Übertragung via Satellit. Dies setzt wie auch beim Richtfunk freie Sicht zwischen den Antennen, das sind die Punkte, zwischen denen die Übertragung stattfindet, voraus.

2. Geostationäre Satelliten

Bereits 1964 wurde die INTELSAT International Telecommunications Satellite Organisation gegründet, die ein System mit geostationären Satelliten aufbaute. Diese geostationären Satelliten umkreisten die Erde in einer Umlaufbahn über dem Erdäquator in rund 36.000 km Entfernung von der Erdoberfläche. In 24 Stunden wird die Erde einmal und in derselben Richtung umkreist, wie sie sich um ihre eigene Achse dreht. Der Satellit scheint somit von der Erde aus gesehen stillzustehen, er ist also stationär. Der Satellit empfängt die von der Erdefunkstelle ausgesendeten Signale, verstärkt sie und sendet sie wieder zu einer anderen Erdefunkstelle zurück.

3. Was ist eine Satellitenbodenstation?

Die Erdefunkanlage in Aflenz wird von der A1 Telekom Austria betrieben und ist mit dem Funkturm Wien-Arsenal über Richtfunk und Standleitungen verbunden. In Österreich wurde die Erdefunkstelle im Mai 1980 fertiggestellt. Der Standort Aflenz wurde nach sorgfältiger Prüfung von meterologischen und geologischen Gegebenheiten sowie der Untersuchung von Störbeeinflussungen durch Industriebetriebe, Bahnlinien, Hochspannungsleitungen etc. ausgewählt. Auch der Platzbedarf war ein Kriterium. Insgesamt war ein Platzbedarf für Antennen, Betriebsgebäude sowie eine vorgesehene Schutzzone von 100.000 m2 erforderlich. Auch den Forderungen der Öffentlichkeit an Umwelt- und Landschaftsschutz musste Rechnung getragen werden.

4. Die Architektur

Alle diese vorgegebenen Bedingungen stellten hohe Anforderungen an den Planer der Anlage. Der österreichische Architekt Gustav Peichl wurde mit der Erstellung des Projektes betraut. Peichl plante auch eines der schönsten Hochhäuser Wiens, den Milleniumtower. Ein zentrales Betriebsgebäude sollte alle Einrichtungen enthalten, die nicht unmittelbar im Bereich der Antennen angeordnet werden mussten. Es ist ringförmig um einen begrünten Innenhof angeordnet von dem aus die einzelnen Antennen durch begehbare Kabelkanäle verbunden sind. Auch die Stromversorgung, die Aggregate, Traforäume, Klimaanlage, Werkstätten, Personalräume sowie Nächtigungsräume und Dienstwohnungen konnten vom Innenhof aus erreicht werden.

5. Einbindung in die Landschaft

Um eine optimale, umweltbewusste Einbindung in die Landschaft zu erreichen, wurde die Anlage in das Gelände so eingebettet, dass der Verlauf der Geländeoberfläche durch das Bauwerk nicht gestört wurde. Zum Beispiel wurden alle Geschoßdecken des Gebäudekomplexes mit Erde überschüttet und begrünt. Insgesamt wurden 31.000 m3 Erdreich ausgehoben und auf eigenem Grund wieder angeschüttet. Die verarbeitete Betonmenge betrug 12.600 Qubikmeter, der Stahlverbrauch 610 Tonnen.

6. Erstaunliche Fakten über Aflenz

Die größte Antenne misst 32 Meter & wiegt 275 Tonnen. Die Antennen werden im Winter beheizt, um Ausfälle durch Kälte & Schnee zu vermeiden. Durch die Gravitation bewegen sich die Satelliten im All und die Antennen müssen ständig Millimeter genau nachgeführt werden. Die gesamte technische Ausstattung wurde im Laufe der Jahre durch digitale Systeme ersetzt und auf den neuesten Stand gebracht. Seit 2013 wird die Erdefunkstelle durch einen Photovoltaikpark mit Energie versorgt. 790 Photovoltaik-Module erzeugen 190kWh Strom pro Jahr – dadurch kann etwa 90.000 kg CO2 pro Jahr einspart werden.

7. In Kontakt mit der Welt

Aflenz bietet auch ein schöne Landschaft und besonders gute Luft. Der Besucherraum in der Erdefunkstelle Aflenz ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, eine Multi-Media-Show steht den interessierten Besucher und Besucherinnen kostenlos zur Verfügung. Adresse: Graßnitz 160, 8624 Au/Aflenz.
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