Placeholder

Lifestyle

Handy weitergeben in 5 einfachen Schritten

  • Vorheriger
  • Artikel
Placeholder

Lifestyle

So tickt Österreich

  • Nächster
  • Artikel

Lesedauer

3 Minuten

Lifestyle

Wie alt wollen wir werden?

Alles entwickelt sich rasant schnell, vor 20 Jahren gab es nicht einmal ein Smartphone und sehen wir uns an, was sich in den letzten zehn Jahren alles getan hat.

„Wild at heart“ und „jung im Kopf“ ist die Devise jener Senioren, die noch als Neunzigjährige Kreuzfahrten in die Karibik antreten und sich für Fortbildungskurse im Internet anmelden. Zugegeben, das ist jetzt nicht so häufig, aber immer öfter.

Ist das in Zukunft denkbar: Ein Hundertjähriger, der sich nach neuen Joboptionen für die Zukunft umsieht? Eine resche Hundertzwanzigjährige, die sich einen weitaus jüngeren Mann – so um die 90 – anlacht? Wir wissen, die biomedizinischen Möglichkeiten, das menschliche Lebensalter zu verlängern, sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Doch was bedeutet das für unsere – ohnehin schon – überalterte Gesellschaft?

Wie alt willst du werden? 

Wir machen einen Test und fragen 20 KollegInnen. Bei der Auswahl zwischen 80, 100, 200 und 500 Jahren geben die Befragten recht unterschiedliche Antworten, die meisten pendeln sich auf 100 ein unter der Voraussetzung, dass die körperliche und geistige Gesundheit mitspielt. Aber 500 Jahre - ist das denkbar bzw. vorstellbar? Wo bleibt die Demut, der Respekt vor dem Circle of Life? Nur wenige entscheiden sich für diese Antwort. Welche Welt würden wir in 500 Jahren vorfinden und würden wir uns in ihr zurecht finden? Alles entwickelt sich rasant schnell, vor 20 Jahren gab es nicht einmal ein Smartphone und sehen wir uns an, was sich in den letzten zehn Jahren alles getan hat. Abgesehen von der sicher herausfordernden Adaption neuer Entwicklungen, mit der selbst ein relativ junger Mensch kaum Schritt halten kann, was wären die sozialen Auswirkungen von einer Welt voller Greise in Bezug auf die globale Überbevölkerung? Kaum vorstellbar.

 

VIDEO: In NÖ werden die Internet- und Tablet-Schulungen besonders gut angenommen. Am 16. Mai wurde daher im Beisein der Bürgermeisterin von Amstetten, Vertretern des Seniorenbundes und Pensionistenverbandes NÖ sowie der Medien in Amstetten die 1000. „Aktiv im Internet“-Teilnehmerin gefeiert.

Man lernt nie aus: Aktiv im Internet

Es liegt auf der Hand: Weiterbildung und Training sind gerade auch bei älteren Menschen wichtige Themen, denn das Wissen über die Vorteile moderner Technik erleichtert auch für ältere Menschen den Einstieg in digitale Lebenswelten. Deshalb startete A1 2018 mit einem neuartigen Schulungskonzept Aktiv im Internet, um der Generation der über 60-jährigen die Online-Welt näher zu bringen. Die Tableteinsteiger-Kurse setzen sich aus drei kostenlosen Kurseinheiten á 3 Stunden innerhalb von zwei Wochen zusammen. Die Tablets können während des Kurszeitraums mit nach Hause genommen werden, um das im Kurs Erlernte zu üben. Die Initiative, die in Kooperation mit dem Seniorenrat und dem Verband der Volkshochschulen Österreichs mit großem Erfolg durchgeführt wird, konnte bisher bereits mehr als 1000 begeisterte TeilnehmerInnen an Tabletschulungen in Niederösterreich und Burgenland verzeichnen. Der älteste Teilnehmer bisher war aus Graz mit Geburtsdatum 10.1.1925! Wir freuen uns auf den ersten Hundertjährigen Kursteilnehmer! Weitere Schulungen gibt es auch bei A1 Internet für Alle, eine Vielzahl neuer Kurse haben gerade gestartet.

Ältere Personen suchen nach intelligenten Lösungen, um ihre Möglichkeiten zu optimieren, den Lebenskomfort zu erhöhen und im Kontakt mit den Mitmenschen zu bleiben.

Gesund im Alter

Auch wenn es möglich wäre, 150 Jahre alt zu werden, will dies laut einer IMAS-Studie aus 2018 nur ein Viertel der Österreicher. Denn vielen jungen Österreichern macht das Älterwerden Angst und oftmals wird die Existenz der Vergänglichkeit und des eigenen Todes so gut wie möglich verdrängt. "Wir lernen viel im Lauf unseres Lebens. Aber wir lernen nicht, wie wir alt werden wollen", betont Franz Böhmer, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen (ÖPIA) in Wien. Hinter der Entwicklung steckt wahrscheinlich die gängige Wahrnehmung der (jungen) Österreicher von der älteren Generation. Und die ist vielfach geprägt durch die Debatte über lange Pflegezeiten und Krankheitsbilder wie Demenz und Erkrankungen des Bewegungsapparats und natürlich die Finanzierung vieler Pensionsjahre. Klar gibt es den Wunsch nach einem langen Leben, doch ausschlaggebend sind immer die Voraussetzungen, basierend auf dem Funktionieren der sozialen Systeme, genügend Kontakte und Ansprache und natürlich - Gesundheit. Generell gilt: Die Lebensdauer von biologischem Material ist begrenzt, ausschlaggebend für ein langes Leben ist eine unbeschädigte DNA bzw. die Fähigkeit, sich rasch regenerieren zu können. Es wird bereits fieberhaft geforscht, die Alterung von Zellen zu stoppen, bei Mäusen konnte dies bereits realisiert werden.

Das Gefühl, selbst alt werden zu können, ist beruhigend.

Immer mehr Hundertjährige 

Laut UN-Schätzungen leben aktuell weltweit 533.000 Menschen in einem Alter von 100 Jahren und mehr, achtzig Prozent davon sind Frauen. Der technologische und medizinische Fortschritt hat die durchschnittliche Lebenserwartung steigen lassen, und das gibt uns ein angenehmes Sicherheitsgefühl. Das Gefühl, selbst alt werden zu können, ist beruhigend. Im Jahr 2050 wird jeder zehnte Europäer 80 Jahre und älter sein. Die neuen „Alten“ sind agil und lebenserfahren, die Alten werden thematisiert und als authentische Protagonisten in Romanen gefeiert. „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ und die gleichnamige Verfilmung erzählen so eine Geschichte. Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war, als wichtiger Zeitzeuge und quasi Katalysator seiner eigenen und (Welt-) Geschichte.

Wissenschaftler haben das Potential diverser Technologien erkannt, die älteren Menschen neue Lebensfreude bringen.

Virtual Trip 

Wissenschaftler haben das Potential diverser Technologien erkannt, die älteren Menschen neue Lebensfreude bringen. Wenn man vieles nicht mehr selbst machen kann, gibt es trotzdem die Möglichkeit, eine virtuelle Reise zu unternehmen: Die Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit ermöglicht mit Virtual Trip virtuelle Ausflüge mittels VR-Brille für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Durch diese Ausflüge mittels VR sollen Gespräche angeregt und Erlebnisse geschaffen werden. Unter anderem werden auch alte und nostalgische Bilder wichtiger Schauplätze verglichen mit Bildern der Gegenwart, so können kognitive Fähigkeiten unterstützt und angeregt werden. Besonders gut kommen bei der älteren Zielgruppe Ausstellungen des Kunsthistorischen Museums und von der Albertina an als jeweiliger Audio-Guide. Es bleibt gespannt zu sehen, wohin die Reise noch gehen wird, auch jenseits der 90 oder 100.

Artikelübersicht