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Wie das Surfen in Mode kam

Wir blicken zurück auf die Geschichte des Surfens. Nicht jene des Wassersports, sondern jene des World Wide Webs.

Surfen im Internet: So geht‘s

WWW – auf diesem Kürzel liegt langsam ein wenig Staub. Auch ist es seltener geworden, auf die Frage „Was machst du gerade?“ die Antwort „Ein bisschen im Internet surfen“ zu bekommen. Surfen – das war einst eine bewusste Tätigkeit. PC einschalten, warten. In das Internet einwählen, warten. Eine Homepage aufrufen, warten. Aber dann ging es los: Eher ziellos navigierten wir von einer Seite zur nächsten und schauten, was es so Neues gab. Ob uns vielleicht jemand ein E-Mail geschickt hatte. Ob wir ein neues Bild für den Desktop-Hintergrund fanden. Für viele war es einfach eine am Schreibtisch oder im Keller verbrachte Auszeit vom Alltag.

Wie eine Bibliothekarin das Wort „Surfen“ erfand

Wir schreiben das Jahr 1992. Etwa eine Million Menschen nutzen das Internet täglich – weltweit. Außerdem nutzen sie CD-ROMs und brauchen schon zu diesem Zeitpunkt eine Anti-Virus-Software. Jean Armour Polly ist Bibliothekarin in Syracuse im Bundesstaat New York. Schon 1981 stellte sie gegen den Widerstand skeptischer Kolleg:innen einen Computer an ihrem Arbeitsplatz auf – einen der ersten überhaupt in einer öffentlichen Bibliothek.
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Der Zugang ins Internet erscheint den meisten reichlich kompliziert. Das veranlasst Jean 1992, eine Anleitung zum Einstieg ins Internet zu verfassen: Verheißungsvoll erzählt sie, wie sie nach Minnesota, Texas und Neuseeland reist – von ihrem Rechner aus. Schnell wird die Anleitung technisch, URLs sind noch nicht so simpel wie etwa www.A1.net, sondern sehen so aus: BBS.OIT.UNC.EDU oder 152.2.22.80.

Begnadete Leser:innen und Redakteur:innen wissen: Der Erfolg einer Veröffentlichung steht und fällt mit dem Titel. Wie soll die Bibliothekarin Jean ihre Veröffentlichung nennen? Ihr Blick wandert auf das Mousepad, auf dem ein Surfer abgebildet ist. Hier entsteht erstmals der Konnex: Von einer Website zur nächsten zu springen ist, wie von einer Welle zur nächsten zu surfen. Sie titelt: Surfing the Internet: an Introduction. Ein neuer Begriff ist geboren.

Wer surft heute noch?

Ein Großteil der Websites wird heute von einem mobilen Gerät aus besucht und nicht mehr von einem Stand-PC im Keller. Mit nur wenigen Gesten checken wir Nachrichten, posten wir Fotos oder recherchieren wir die nächste Zugverbindung. Der Einstieg ins Internet geht so fließend – bildlich gesprochen stehen wir dauerhaft auf dem Surfbrett, den Blick aufs Smartphone gerichtet. Alle sehen uns an, dass wir gerade nebenbei surfen.
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Aber keine Sorge: Die Internetkultur bringt immer neue Wortblüten hervor. Kennst du den Begriff Phubbing? Dieser bezeichnet das Phänomen, ständig auf das Smartphone zu blicken und die Person, mit der man gerade spricht, zu ignorieren.

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