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Wizards Unite – Muggel verboten

 

Der Launch-Trailer verspricht Spannung, Action und einen Ausflug in das magische Universum von Harry Potter. ©Warner Bros.

You are a wizard, Irina.“ – so und nicht anders hätte es an meinem 11. Geburtstag heißen sollen. Nachdem ich bis heute vergeblich auf meinen Hogwartsbrief warte – die komische Eule ist sicher in Australien statt in Austria gelandet – muss ich nun mit Wizards Unite als Hobby-Zauberer meiner wahren Berufung nachgehen. Bei den sommerlichen Temperaturen draußen absolut passend: Denn es ist viel zu heiß, um den Gaming PC auf Hochtouren zu bringen. Zumindest dann, wenn man die eigene Wohnung nicht in die Tropen verwandeln will. Also virtuellen Zauberstab schnappen und raus in die Sonne, um als Mitglied der Eingreiftruppe zur Wahrung des Geheimhaltungsstatuts die magische Welt zu retten. Wir haben den Selbsttest gemacht.

 

Das Magie-Enthüllungsrisiko steigt

Die Mission ist klar: die Welt der Magie ist in Gefahr, von den Muggel entdeckt zu werden. Harry Potter, Minverva McGonagall, Hermine Granger und Co brauchen unsere Hilfe. Als Hexe oder Zauberer ist es unsere Pflicht, die magischen Geschöpfe und Artefakte wieder einzufangen. Ganz nebenbei müssen wir natürlich auch noch herausfinden, wer für dieses Desaster verantwortlich ist. So weit so gut, doch das ist gar nicht so einfach, wie gedacht.

Im Zauberer-Profil sieht man alle Erfolge auf einen Blick. Das Register fungiert als Harry Potter Sammel-Album. © Warner Bros. Entertainment Inc. & Niantic, Inc

Von A wie Abraxaner bis Z wie Zentauren

Nachdem wir den perfekten Zauberstab gefunden haben, wählt man noch das Hogwarts-Haus selbst aus. Der sprechende Hut wurde scheinbar auch gestohlen, denn: Es gab nicht einmal einen Test, bei dem ich das Ergebnis auf Gryffindor faken musste. Jetzt endlich sind wir in gewohnter Pokémon Go Manier auf dem Weg in die große weite Welt. Ausgerüstet mit Sonnenschutz, Akkupack und einer Menge an Durchhaltevermögen geht es los. Gleich auf den ersten Metern gibt es Begegnungen mit Sabberhexen, Hogwarts-Hausmeister Filch, einem absolut süßen Baby-Niffler, dem goldenen Schnatz und vielen mehr. Top-motiviert wischen wir die bekannten Zaubersprüche von Bombarda, Riddikkulus bis Alohomora über das Smartphone.

Blöderweise ist das Smartphone nicht immer der Meinung, dass wir tolle Zauberer sind und bewertet die Sprüche gefühlt sehr random. Mein Conclusio: je schneller ein Zauberspruch gezaubert wird, desto besser ist er. Genauigkeit steht leider erst an zweiter Stelle. Manche Zauber gehen trotz einer Bewertung von „brauchbar“ durch, andere mit „meisterhaft“ bleiben dagegen wirkungslos. Und dann verschwinden einfach manche Spuren, obwohl man gerade einen wertvollen Trank verwendet hat. Das frustet mich ziemlich und ich fühle mich ein bisschen wie Ron Weasley, als sein Zauberstab gebrochen war.

 

Sportschuhe angezogen: Cause I would walk 500 miles

Gesammelt werden die erfolgreich absolvierten Spuren übrigens im sogenannten Register – einem riesigen virtuellen Stickeralbum. Manche Geschöpfe wandern bereits nach 1 erfolgreichen Begegnung in das Album, für andere wie beispielsweise Zauberstäbe von Dumbledores Armee braucht es bis zu 150 Fragmente. Bis 2032 könnte ich also mal fertig sein... Damit nicht genug: Hat man endlich nach langen Spaziergängen und viel Glück eine Seite fertig, kann man sie in Prestige umwandeln und beginnt mit der Seite von vorne. Dieses Mal sind jedoch mehr Fragmente pro Findbarem Gegenstand notwendig – versteht sich ja wohl.

Aber nicht nur für das Entdecken von Spuren sind die gesammelten Kilometer wichtig, sondern auch für die sogenannten Portschlüssel. Das sind sozusagen die Pokémon Eier von Harry Potter. Durch das Sammeln von Kilometern und unter dem Einsatz eines Schlüssels kann man diese Portschlüssel aktivieren. Sie transportieren dich an bekannte Harry Potter Orte wie Hagrids Hütte. Dort muss man Luna Lovegoods Schlickschlupfe finden, um wertvolle Gegenstände, Erfahrung oder andere Belohnungen zu erhalten. Auch hier hatte ich mir bei den Aufgaben etwas mehr Kreativität erhofft.

Bei den Zaubern sind Fingerspitzengefühl und Glück gefragt. Außerdem zählen die täglichen Besuche bei Gasthäusern, Gärtnereien und Festungen zum Fixpunkt unserer Agenda. © Warner Bros. Entertainment Inc. & Niantic, Inc

Give me your engery: Tägliche Besuche in Gasthaus, Gärtnerei und Festung

Ab sofort bin ich auch Stammkunde in Gasthaus und Gärtnerei. Das Gasthaus ist nämlich einer der wenigen ingame Orte, an denen man regelmäßig Energie herbekommt. Diese lädt sich nämlich allen Ernstes nicht von selbst wieder auf! Das nervt mich mal so richtig. Solange man in Städten wie Wien oder sogar Orten wie Hagenberg im Mühlkreis wohnt, ist alles in Ordnung. Diese sind nämlich mit vielen Gasthäusern und Gärtnereien ausgestattet. In meiner näheren Wohnumgebung gibt es allerdings kaum ingame Orte und so muss ich jetzt jeden Tag eine 15-minütige Runde drehen. Ansonsten habe ich keine Energie mehr und die Jagd auf die magischen Wesen geht bis zum nächsten Gasthaus ohne mich weiter. Das ist ein absoluter Minuspunkt für das Game.

In der Gärtnerei kann man seinem Real-Life Hobby nachgehen und Pflanzen züchten, gießen und ernten. Blöd nur, dass es sich um Gemeinschaftsgärten handelt. Da kommt es durchaus vor, dass dir ein anderer Zauberer einfach mal dein eigenes Pflänzchen vor der Nase wegerntet. Kann man daraus bitte eine private Instanz machen oder zumindest sinnvolle Belohnungen für das Gießen oder Anpflanzen verteilen?

Die Festung ist die Arena, in der man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Sein Glück kann man dabei als Professor, Magizoologe oder Auror versuchen. Nachdem ich da eher für den effizienten Zugang bin, habe ich mich für den klassischen Damage Dealer alias Auror mit Harry Potter persönlich als Mentor entschieden. Wer lieber Supporter spielen mag, ist mit dem Magizoologen gut bedient und die Allrounder sollten den Versuch mit dem Beruf Professor wagen. Achtung: Der Beruf sei gut ausgesucht. Man kann den Beruf zwar wechseln, muss aber mit den Skillpunkten im neuen Beruf bei 0 anfangen. Ansonsten muss man sich in der Festung durch die unterschiedlichen Schwierigkeitslevel schlagen. Beachtet hier die begrenzte Zeit, um die Instanz zu clearen. Auch bei den Festungen wünsche ich mir noch mehr Kreativität. Die ersten 7 Level sind immer gleich, nur die Gegner werden robuster und machen mehr Schaden.

 

 

Meine Top 3 Tipps für eine erfolgreiche Jagd

  • Keep Calm and Start Grinding: Lasst euch von vermurksten Zaubern oder verschwundenen Gegnern nicht unterkriegen. Hinfallen, aufstehen und Zauberhut richten ist angesagt. Mit der Zeit hat man den Dreh heraus, merkt sich, welche Artefakte noch fehlen und wird auch bessern beim Zaubern im Gehen. Wer noch so ungeduldig wie ich ist, kann das Spiel als Meditations-Übung nutzen, wenn die Gegner-Animationen mal wieder 5 Jahre dauern.
  • Genie in a Bottle: Spart bei schwierigen Gegnern nicht mit Tränken. Am besten die Potions gleich zu Beginn verwenden und nicht erst nach 2 Versuchen. Ihr könnt mit gesammelten Zutaten jederzeit neue Tränke brauen und mit speziellen Trankskills die Crafting-Zeiten verringern. Dazu einfach auf den Löffel Kessel tippen, sobald ihr einen Trank in die Crafting-Schleife gehängt habt. Jetzt lädt die Detailcrafting-Seite und ihr könnt die Meister-Anmerkungen hinzufügen. Außerdem gehören die Tränke zu den Daily Quests.
  • Standing in the Spotlight: Wichtige Spuren sind durch einen goldenen Lichtstrahl auf der Karte gekennzeichnet. Am besten diese Spuren immer zuerst bearbeiten, bevor sie verschwinden. So habe ich schon so manche wertvollen Fragmente

 

Das Motto Gotta Catch em‘ All von Pokémon ist auch im Wizards Unite Game allgegenwärtig, denn das Register will vervollständigt werden. Aktuell lässt das Spiel meiner Meinung nach einiges an Potentialen aus der vielfältigen Harry Potter Welt liegen und ich bin ein wenig enttäuscht. Hier könnte man wesentlich kreativer bei den Welten, Aufgaben und Portschlüsseln sein. Auch die Engpässe bei der Energie vermiesen mir regelmäßig (trotz viel Sonnenschein draußen) die Laune.

Nichtsdestotrotz sollte man als Harry Potter Fan das Spiel zumindest angezockt haben, obwohl es aus meiner Sicht nicht an Pokémon Go herankommt. Und wenn bei Wizards Unite in ein paar Updates noch mehr Interaktionen mit Zauberern auf der Friend List möglich sind, läuft man gleich viel lieber mit seinen Freunden und Akkupack im Sommer draußen von Gasthaus zu Spur und besiegt das Böse in den Festungen der Muggelwelt.

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