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Wohin mit alten Handys und Akkus

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Was bewegt unsere Jugend?

Zuallererst: Jugendliche haben individuelle und wechselnde Bedürfnisse. Neben den digitalen Individualisten, die Trends setzen und die ganze Welt als ihre Bühne sehen, steht vor allem die große Gruppe der adaptiv-pragmatischen Jugendlichen, die den Mainstream darstellen und ihr eigentliches Leben bei Familie und Freunden sehen. Aber an welchen Werten orientieren sich unsere Teens? ConnectLife hat sich umgehört, wie Jugendliche über die Themen Umweltschutz, Politik, Beziehung und Handynutzung denken. Eine hausinterne Studie liefert dabei weitere interessante Erkenntnisse über Lebensumstände und Zukunftsträume.

1. Umweltschutz

Viele Jugendliche können sich vorstellen, Biolebensmittel zu kaufen.

Der Umweltschutz gehört für fast alle Jugendlichen zu den größten Herausforderungen der Zukunft. Hier herrscht oft großes Bedauern, den eigenen, eher höheren Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Viele Jugendliche können sich vorstellen, Biolebensmittel zu kaufen. Für fair hergestellte Kleidung würden sie allerdings nur selten Geld ausgeben - auch deshalb, weil sie ihren Lieblingsmarken treu bleiben wollen - und auch wegen ihrer begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel.

2. Liebe und Partnerschaft

Etwa die Hälfte der Jugendlichen hatte noch keine feste Beziehung, aber fast alle waren schon einmal verliebt. Beständigkeit in den Beziehungen ist den meisten ein hoher Wert, wobei Sex nicht das Wichtigste ist. Die meisten Jugendlichen wünschen sich auch Kinder, wobei das Alter von 35 als magische Grenze zur Familiengründung wahrgenommen wird.

3. Glaube und Religion

Teenager interessieren sich wieder stärker für Politik, wollen aber weniger Ideologie.

Egal ob christlich, muslimisch oder konfessionslos - generell interessieren sich Jugendliche sehr für die Fragen des Lebens: Woher kommen wir, wohin gehen wir nach dem Tod, was ist gerecht und moralisch? Konflikte, in denen der Islam eine Rolle spielt, nehmen Jugendliche oft sehr differenziert wahr und achten auf den tatsächlichen Absender der Botschaften.

4. Bedürfnisse

Was alle Jugendlichen schätzen, sind konkrete Begegnungen und wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe. Auf autoritäre Systeme reagieren viele Jugendliche ungehalten. Klarheit und Einfachheit sind ein zentraler Wunsch. Jugendliche wollen ernst genommen werden, das zeigt sich auch weltweit durch das Auftreten von Umweltaktivistinnen wie Greta Thunberg aus Schweden – ihr Einsatz für eine konsequente Klimapolitik findet international Beachtung, ihre Initialzündung für die Bewegung Fridays for future viele Anhänger, auch in Österreich.

5. Handy und Telekommunikation

Das Starren auf Displays und das dauernde Getippe wird mittlerweile auch von manchen Jugendlichen als uncool erlebt.

Das Handy ist ein Begleiter in allen Lebenslagen. Viele Jugendliche haben eine emotionale Bindung zu ihrem Smartphone aufgebaut. Sie fühlen sich auch sicherer, wenn sie in Begleitung ihres Smartphones allein unterwegs sind. Erwachsene warnen oft, dass Jugendliche mit Handy sozial verarmen könnten. Demgegenüber steht die Ansicht der Jugendlichen, die eher das Gefühl haben, ohne digitale Medien sozial zu verarmen. Dabei wird das Interagieren in Gruppen differenziert gesehen: Das Starren auf Displays und das dauernde Getippe wird mittlerweile auch von manchen Jugendlichen als uncool erlebt.

6. Sein wollen „wie alle“

Der Tenor der Fokus Gruppe ist für viele überraschend: Während Generationen vor ihnen möglichst provokant gegen die eigenen Eltern protestierten, betonen die Mehrheit 14- bis 18 Jährigen heute, dass sie sein wollen wie alle anderen. Sie legen Wert auf einen gesellschaftlichen Kanon aus Freiheit, Aufklärung, Toleranz und sozialen Werten. Basis für diese Erkenntnis sind stundenlange Interviews mit Fokusgruppen, die im Auftrag von A1 mit Teenagern durchgeführt wurden. Dabei zeigt sich, dass für einen Großteil der Teenager Freunde und Familie extrem wichtig sind. Diese Mainstream-Tendenz zeigt hohe Anpassungsfähigkeit. Das eigentliche Leben findet daheim statt, bei Familien und Freunden. Diese große Gruppe wird indirekt inspiriert durch die Trends, die die digitalen Individualisten setzen.

7. Digitale Individualisten

Die erfolgsorientierte Lifestyle-Elite ist auf der Suche nach unkonventionellen Erfahrungen. "Das Leben ist ein Spiel und die ganze Welt ist meine Bühne", so lautet das Motto. Der digitale Individualist sucht permanent nach Möglichkeiten zur Selbstinszenierung und Mitgestaltung. Hier geht es speziell um Selbstverwirklichung und das Bilden einer eigenen Meinung. Die Meinung der Freunde ist dabei eher sekundär.

8. Medien dominieren Alltag für 10 bis 14-jährige

Für die vorliegende Studie, kürzlich veröffentlicht im renommierten Journal "Wiener klinische Wochenschrift – The Central European Journal of Medicine", wurden 391 Heranwachsende im Alter zwischen zehn und 14 Jahren an vier Tiroler Schulen untersucht. Die erhobenen Daten der Studie zeigen, wie sehr der Medienkonsum den Alltag der Jugendlichen dominiert. Im Schnitt verfügt jeder der Befragten über fünf bis sechs der folgenden Geräte: Fernseher, Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, PC oder Laptop, stationäre und portable Spielkonsolen, CD-Spieler, MP3-Player und Radio. Die Anzahl der verfügbaren Medien ist dabei unabhängig von Alter, Schultyp, möglichem Migrationshintergrund und dem sozialen Status der Familien. Über 60 Prozent der Kinder haben ein eigenes TV-Gerät in ihrem Zimmer und sitzen bereits vor dem Schulbeginn vor dem Fernseher.

9. Laptop und Smartphone statt Fußball und Radfahren

Jugendliche verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen, dabei bestimmt der soziale Hintergrund das Stundenausmaß maßgeblich mit. Im Durchschnitt betätigen sich die Kinder und Jugendlichen an 4,4 Tagen der Woche sportlich und sind wöchentlich durchschnittlich über einen Zeitraum von 5,1 Stunden aktiv. Die Höhe des BMI ist in diesem Zusammenhang der signifikanteste Faktor. Außerdem gab insgesamt ein Viertel der Befragten an, dass sie in ihrem Leben nicht auf Sport verzichten könnten. Dabei zeigt sich, dass es hier kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt. 71,5 Prozent der Buben sind demnach normalgewichtig, bei den Mädchen sind es 75 Prozent.

10. Bilderbuch Lyrics "Bungalow"

 

Die österreichische Band Bilderbuch gibt mit ihren Texten Einblick in die teilweise dadaistische Kommunikation unter Jugendlichen.

Du rufst mich an und du fragst mich wie's mir geht
Ich ruf dich an und ich frag dich wie's dir geht
Du rufst mich an und du sagst du kommst zu spät
Und dabei bist du schon viel zu spät
Es tut mir leid wenn ich das alles nicht versteh'
Es tut dir leid wenn ich nach Hause geh'
Dann rufst du an auf meinem Handy
Und da bist du wieder candy
Komm vorbei in meinem Bungalow
Ich hab Snacks für die Late-Night-Show
Mama kocht für alle
Mama kocht für mich und dich
Komm vorbei in meinem Bungalow
By the rivers of cashflow
Wir trinken Soda, trinken Soda
Komm vorbei mit deinem Skoda
Ich brauch' Power für mein' Akku
Keine Power in mein' Akku
Baby, leih' mir deinen Lader
Ich brauch mehr Strom.
Komm, bitte…

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