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Die Zukunft der Arbeit: Wie sich Unternehmen bewähren

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Die Zukunft heißt Digitale Lehre

Karriere mit Lehre – in Österreich ist das mehr als ein Schlagwort. Das regelmäßig gute Abschneiden heimischer Fachkräfte bei internationalen Berufsmeisterschaften zeugt davon ebenso wie das große Interesse aus dem Ausland.

Allein im Jahr 2018 haben sich über 60 internationale Delegationen speziell für die duale Ausbildung interessiert, also die erfolgreiche Kombination aus praktischer Ausbildung im Lehrbetrieb und theoretischer in der Berufsschule. Doch jetzt weht noch mehr frischer Wind durch die Lehrlingslandschaft, und der Kurs ist klar: Auch die Lehre muss den aktuellen Entwicklungen in Sachen Digitalisierung noch besser Rechnung tragen.

Apps als Lehrberuf

Zusätzlich zu dem in sehr vielen Lehrberufen bereits eingeführten Schwerpunkt Digitalisierung – ein Beispiel ist der digitale Verkauf im Lehrberuf Einzelhandel – wurden im vergangenen September auch zwei völlig neue Berufsbilder für digitale Lehrberufe geschaffen: einerseits Applikationsentwicklung – Coding und andererseits Informationstechnologie mit den Schwerpunkten Systemtechnik und Betriebstechnik. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort reagiert damit auf den zunehmenden Bedarf der Wirtschaft. Der vierjährige Lehrberuf Applikationsentwicklung – Coding richtet sich naturgemäß vor allem an Unternehmen im Bereich Softwareentwicklung und Programmierung. Inhalte der Ausbildung sind unter anderem das Programmieren von Applikationen oder Teilen davon samt entsprechenden Tests zur Prüfung auf Fehlerfreiheit, aber auch Inhalte rund um Datenschutz und Lizenzregelungen.

Digitale Offensive

„Mit einer digitalen Offensive in der dualen Ausbildung wollen wir für hochqualifizierte Fachkräfte sorgen. Deshalb modernisieren wir bestehende Berufsbilder und schaffen neue Lehrberufe“, brachte Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, die Motivation dafür auf den Punkt.

Skeptiker gibt es aber natürlich auch. Wird es genug Interessenten und Interessentinnen geben, die das Zeug zum Programmieren haben? Experten haben hier kaum Zweifel, und das nicht nur mit Blick auf AHS-Absolventen, die ja ebenfalls verstärkt – und mit verkürzten Lehrzeiten – für Lehrberufe begeistert werden sollen, sondern im Wissen, dass auch Programmieren keine Raketenwissenschaft ist und sich natürlich ebenso lehren lässt wie andere Berufe auch. Außerdem: Man muss ja nicht gleich Lebensmittel- und Biotechnologie studieren, um ein Spitzenkoch zu werden. Wer hingegen Spitze in Sachen Informationstechnologie werden will, für den ist der zweite neue IT-Lehrberuf sicher eine interessante Option.

Systemtechnik und Betriebstechnik

Der vierjährige Lehrberuf Informationstechnologie wird ebenfalls seit September 2018 angeboten, und zwar mit den beiden Schwerpunkten Systemtechnik und Betriebstechnik. Im Vordergrund stehen dabei jeweils grundlegende Kompetenzen für die Implementierung und den Betrieb von betrieblichen Netzwerken sowie Qualitäts- und Projektmanagement. Im Zentrum des Zweigs Systemtechnik stehen IT-bezogene Dienstleistungen und speziell das Thema Netzwerkbetreuung, dazu kommen noch das Betreiben und Administrieren von Server-Systemen, das Anbieten von Diensten über das Netz sowie die Integration von Cloud-Diensten in bestehende Netzwerke. Der Schwerpunkt Betriebstechnik hingegen ist wohl in erster Linie für produzierende Unternehmen interessant, die im betrieblichen Alltag verschiedene Netzwerke einsetzen. Zudem steht die Mitwirkung bei der Planung und beim Aufbau neuer IT-Umgebungen auf dem Lehrplan.

 

Auch und vor allem in der Telekommunikationsbranche gibt es vielfältige Berufsmöglichkeiten, die mit einer Lehre abgedeckt werden. Stichwort Digitalisierung. Mit einer Information- und Telekommunikationslehre ist man für den Arbeitsmarkt und für die ständigen Weiterentwicklungen gewappnet. Die technische Lehre erfreut sich außerdem immer mehr weiblicher Absolventinnen. Eine erfreuliche Entwicklung, denn diese werden von Unternehmen auch händeringend gesucht.

Cool und bunt

„Wir haben mit den neuen Lehrberufen eine attraktive und zeitgemäße Ausbildung geschaffen“, gab sich Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck vom Start weg überzeugt. Und noch optimistischer: „Die Lehre wird wieder cool.“ Tatsächlich lassen die jüngsten Lehrlingszahlen samt entsprechenden Werbemaßnahmen auf eine positive Trendwende hoffen. Einen ausgezeichneten Überblick über die bunte Vielfalt sämtlicher Lehrberufe in Österreich gibt in diesem Zusammenhang diese Broschüre. Ein letzter wichtiger Punkt: Unternehmen, die erstmals Lehrlinge ausbilden wollen, müssen bekanntlich bestimmte Voraussetzungen erfüllen, eine Checkliste dazu finden Sie hier. Und das gilt selbstverständlich auch für die beiden neuen, digitalen Lehrberufe.

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