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Die Klimaeffekte der Digitalisierung

„Digitale Technologien bergen ein riesiges Potenzial für mehr Klimaschutz“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

Welches Potenzial haben digitale Technologien beim Klimaschutz? Eine Studie zeigt, dass die Einsparmöglichkeiten beim CO2-Ausstoß deutlich größer sind als der CO2-Fußabdruck der Digitalisierung.

Der Betrieb von Servern, die Herstellung von Endgeräten wie Smartphones, Computern oder Tablets – Digitalisierung, IT-Lösungen und Computertechnik werden vor allem als Energie- und Ressourcenverbraucher gesehen. Nur ein Beispiel: Die Bandbreite beim Ausstoß von CO2-Emissionen liegt bei den vom deutschen Umweltministerium untersuchten Rechenzentren zwischen 105 und 153 Kilogramm pro Terabyte Speicherkapazität pro Jahr. Im Mittel entspricht das in etwa einer Autofahrt von Wien nach Innsbruck. Eine Studie des deutschen Digitalverbands Bitkom zeigt jedoch, dass der Einsatz digitaler Lösungen den CO2-Ausstoß massiv reduzieren kann.

 

Bis zu 120 Megatonnen weniger CO2

„Digitale Technologien bergen ein riesiges Potenzial für mehr Klimaschutz“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. In Zahlen ausgedrückt: Bis zum Jahr 2030 kann der CO2-Ausstoß in Deutschland durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler Lösungen um 120 Megatonnen reduziert werden. Das wäre bereits die Hälfte, um die Klimaziele in unserem Nachbarland zu erreichen. Die Studie berücksichtigt dabei auch den CO2-Fußabdruck der digitalen Infrastruktur selbst. Das Fazit: Das CO2-Einsparpotenzial der dabei betrachteten digitalen Technologien ist rund fünfmal höher als ihr eigener Ausstoß.

Für die Studie wurden zwei Szenarien herangezogen. Bei der moderaten Digitalisierung bleibt das Tempo bei der Einführung und Verbreitung digitaler Technologien wie in den vergangenen fünf bis zehn Jahren. Bei der beschleunigten Digitalisierung zieht das Tempo – etwa durch entsprechende politische Anreize – hingegen deutlich an. Dabei wurden die Auswirkungen der Digitalisierung vorerst in den folgenden vier Bereichen untersucht:

 

Industrielle Fertigung: Das größte Einsparpotenzial durch digitale Technologien wird in diesem Anwendungsbereich gesehen (bis zu 61 Megatonnen CO2). Vor allem die Automatisierung in der Produktion sowie der sogenannte digitale Zwilling sorgen für deutliche CO2-Einsparungen. Durch die Vernetzung der Anlagen, Maschinen, Werkstücke und Bauteile können Prozesse selbstständig unter möglichst geringem Material- und Energieeinsatz ablaufen. Ressourcen können auch massiv eingespart werden, wenn Verfahren zuerst am virtuellen Abbild von kompletten Produktions- und Betriebszyklen statt am realen Objekt getestet werden. „In der Industrie gibt es bereits effiziente und klimaschonende Produktionsprozesse auf Basis digitaler Technologien. Jetzt gilt es, sie in so viele Fabrikhallen wie möglich zu bringen“, sagt Bitkom-Präsident Berg.

 

Mobilität: Intelligente Verkehrssteuerung und smarte Logistik sind im Bereich Mobilität die bedeutendsten Hebel, um den CO2-Ausstoß zu senken (28 Megatonnen bei einer beschleunigten Digitalisierung). Die Verkehrsinfrastruktur (Ampeln, Straßen etc.), aber auch die Fahrzeuge selbst können eine Vielzahl an Daten liefern, um die Verkehrsströme intelligent zu steuern oder die öffentlichen Transportmittel zu stärken. Mit smarter Logistik werden Leerfahrten vermieden und Frachtrouten optimiert.

 

Gebäude: Heizung, Lüftung oder Klimatisierung, die sich je nach Wetterverhältnissen oder der Anzahl an Anwesenden automatisch regeln: Wenn die Technologien für das Smarthome und intelligente, vernetzte Gebäude vorangetrieben werden, könnten bis zum Jahr 2030 bis zu 19 Megatonnen CO2 eingespart werden.

 

Arbeit und Business: Videokonferenzen statt Geschäftsreisen, vermehrt zu Hause arbeiten statt ins Büro zu pendeln, die Reduktion von Büroflächen durch Homeoffice: Zwischen 10 und 12 Megatonnen CO2 könnten so bis 2030 eingespart werden.

Unternehmen sehen langfristigen Vorteil

Die Wirtschaft hat den Effekt digitaler Technologien auf die Umwelt in der Praxis bereits festgestellt: Fast zwei Drittel der von Bitkom befragten Unternehmen (63 Prozent) können dank digitaler Technologien energieeffizienter wirtschaften. Etwa vier von fünf Betrieben sehen die Digitalisierung als eine Chance fürs Klima und sind der Ansicht, dass es langfristig von Vorteil ist, hier zu investieren.

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